Meiner einer hat jedenfalls andere Sorgen, als sich jeden Tag aufs neue mit einem Verrückten zu beschäftigen und zu überlegen, welche klugscheißerischen Gedanken dem Herrn zu Guttenberg nun schon wieder aus dem Hirn entsprungen sind. Warum schenkt man dem man so viel Aufmerksamkeit? Gibt es keine anderen Probleme? Meine Wenigkeit hat zum Beispiel gerade mal wieder Ärger mit dem Autolack. Denn auch wenn Unfallflucht in Deutschland strafbar ist, kümmert das leider die wenigsten. Ich würde sagen, ich habe ungefähr jede zweite Woche eine neue Schramme in meinem Autolack. Anfangs, als das Auto noch neu war, habe ich die Autolack Schäden noch jedes Mal beheben lassen oder bin selbst mit einem Farbstift an den Autolack und habe die Stellen ausgebessert. Aber auf Dauer ist das ständige Ausbessern des Autolack ganz schön nervig und vor allen Dingen auch nicht billig. Man sollte aber wirklich einmal die Strafen auch für Fahrerflüchtige bei kleineren Schäden am Autolack erhöhen und auch öffentlich machen. Ich glaube nämlich mittlerweile, dass die meisten denken, ein Schaden am Autolack beim Ein- und Ausparken sei ein Bagatelldelikt. Dem es aber mitnichten so. Ob es ein großer oder kleiner Schaden ist, kann man nicht einfach selbst entscheiden, sondern muss von einer unabhängigen Polizeifachkraft geklärt werden! Wir sind doch hier nicht in Frankreich, wo es ja Gang und Gäbe ist, dass man vor die Stoßstange des anderen so lange vor fährt, bis das eigene Auto reinpasst!!

Ich will mich ja nicht aus dem Fenster hängen, aber für mich sieht das langsam aber sicher so aus, als ob da jemand ganz gewaltig einen an der Waffel hat. Dem Mann muss man helfen! Das meine ich ganz ernst! Stattdessen laben sich alle an ihm und zerren ihn wieder in die Öffentlichkeit, wo er ja selbst auch nur allzu gerne hinwill. Aber ist es in Ordnung, einen kranken Menschen öffentlich zur Schau zu stellen – auch wenn er selbst das gerne möchte und es selbst betreibt? Soll man ihn nicht vielmehr langsam aber sicher vor sich selbst schützen?

Aber viel schlimmer als diese Verfehlungen des Baron zu Guttenberg ist es meiner Meinung nach, dass man es fertig bringt, 38 Wochen aus der Öffentlichkeit zu verschwinden und dann nicht geläutert zurückzukehren, ein kleinlautes Interview zu geben, in dem man Reue zeigt und um Entschuldigung für seine Fehler bittet. Das habe auch ich, der Guttenberg noch nie leiden konnte, irgendwie von ihm erwartet. Dann hätten ihm bestimmt viele gerne bereitwillig eine zweite Chance eingeräumt. Denn wem würde man schon eine solche zweite Chance verweigern? Es heißt ja schließlich, jeder habe eine zweite Chance verdient. Aber was macht der Herr Durchlaucht? Kommt mit neuer Frisur, ohne Brille (denn Herr Baron entscheidet schließlich selbst, ob er kurzsichtig ist oder nicht) und einem Interviewband zurück, in dem er exakt die gleichen Ausreden wiederholt und zudem auch noch kräftig gegen andere auskeilt. Ja richtig, der der etwas verbockt hat, schimpft nun gegen andere.

Ich hatte eine Doppelbelastung. Ich war junger Familienvater. Ich habe durch eine chaotische Arbeitsweise zum Schluss nicht mehr gewusst, was ich wo auf welcher Diskette hatte und was von mir und was von anderen war. Nein, diese Sätze sind nicht von mir. Auch stammen diese Aussagen nicht von einem aus der Klapse. Nein, diese Begründungen sind die von Karl Theodor zu Guttenberg, der als Minister flog, weil er seine Doktorarbeit abgeschrieben hatte und der gerne Kanzler von Deutschland werden möchte. Abgesehen davon, dass eine solche Arbeitsweise nicht unbedingt die beste Voraussetzung ist, um Kanzler zu werden, ist es auch wenig glaubwürdig, wenn man sieben Jahre lang, die er ja an seiner Doktorarbeit geschrieben haben will, an einer Dauer-Amnesie leidete. Das glaubt doch kein Mensch! Da hat ja mein Sohn bessere Ausreden, wenn er mal eine Klassenarbeit verhauen hat oder sonst was aufgefressen hat. Und so jemand will Adel sein, der verpflichtet!? Das ich nicht lache.

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